Ein vereinfachter BPMN-Fließtext-Prozess zur MaRisk-Konformität in der Bankenbranche
Die Mindestanforderungen an das Risikomanagement (MaRisk) sind ein zentrales Regelwerk für Banken in Deutschland, das von der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) herausgegeben wird. Ziel der MaRisk ist es, ein effektives Risikomanagement zu gewährleisten, das die Stabilität des Bankensystems unterstützt. In diesem Fließtext wird ein vereinfachter Prozess beschrieben, der sicherstellt, dass eine fiktive Bank die MaRisk-Anforderungen einhält.
1. Risikoinventur
Der Prozess beginnt mit der Durchführung einer umfassenden Risikoinventur. Die Abteilung für Risikomanagement ist dafür verantwortlich, alle relevanten Risiken zu identifizieren, die die Bank betreffen könnten. Dazu gehören Kreditrisiken, Marktrisiken, operationale Risiken und Liquiditätsrisiken. Die Risikomanager nutzen verschiedene Methoden, um diese Risiken zu analysieren, darunter historische Datenanalysen und Szenario-Analysen. Die Ergebnisse werden in einem Risikoinventar-Dokument festgehalten.
2. Risikobewertung
Nach der Inventur folgt die Risikobewertung. Hierbei wird jedes identifizierte Risiko hinsichtlich seiner Wahrscheinlichkeit des Eintretens und der potenziellen Auswirkungen auf die Bank bewertet. Die Bank nutzt ein standardisiertes Bewertungsverfahren, das quantitative und qualitative Kriterien umfasst. Unterstützt durch analytische Software werden die Risiken in Kategorien unterteilt, sodass die Bank Prioritäten setzen kann. Die bewerteten Risiken werden in einer Risikomatrix dokumentiert.
3. Risikomanagementmaßnahmen
Auf Basis der Risikobewertung entwickelt die Bank geeignete Risikomanagementmaßnahmen. Diese Maßnahmen können verschiedene Formen annehmen, wie z.B. Risikominderung, Risikovermeidung, Risikoteilung oder Risikotransfer. Die Abteilung für Risikomanagement erstellt einen Maßnahmenplan, der spezifische Schritte beschreibt, um die identifizierten Risiken zu steuern. Eine enge Zusammenarbeit mit den Fachabteilungen ist hierbei erforderlich, um sicherzustellen, dass die Maßnahmen praktisch umsetzbar sind.
4. Implementierung der Maßnahmen
Sobald der Maßnahmenplan genehmigt ist, erfolgt die Implementierung der Risikomanagementmaßnahmen. Hierbei übernehmen die jeweiligen Fachabteilungen die Verantwortung für die Umsetzung. Die Abteilung für Risikomanagement überwacht den Fortschritt, um sicherzustellen, dass die Maßnahmen zeitgerecht und korrekt umgesetzt werden. In dieser Phase werden auch Ressourcen zugewiesen und Schulungen durchgeführt, um häufige Fehler zu vermeiden.
5. Monitoring und Reporting
Nach der Implementierung der Maßnahmen beginnt die Phase des Monitorings. Die Bank führt regelmäßige Check-ups durch, um zu überprüfen, ob die implementierten Maßnahmen effektiv sind und ob neue Risiken aufgetreten sind. Das Risikomanagement-Team erstellt regelmäßige Berichte, die die Risikolage der Bank und die Wirksamkeit der Risikomanagementmaßnahmen dokumentieren. Diese Berichte dienen nicht nur interne Zwecke, sondern werden auch der BaFin zur Prüfung vorgelegt, um die Einhaltung der MaRisk-Vorgaben zu demonstrieren.
6. Kommunikation und Schulung
Die Kommunikation innerhalb der Bank spielt eine entscheidende Rolle für die MaRisk-Konformität. Es ist wichtig, dass alle Mitarbeiter über das Risikomanagement informiert sind und deren Maßnahmen verstehen. Die Bank organisiert regelmäßige Schulungen und Workshops, um Bewusstsein für Risikothemen zu schaffen und die Verantwortlichkeiten klar zu kommunizieren. Darüber hinaus werden die Erfolge und Herausforderungen im Risikomanagement regelmäßig in internen Meetings besprochen.
7. Überprüfung und Anpassung
Der letzte Schritt im Prozess beinhaltet eine kontinuierliche Überprüfung und Anpassung der Risikomanagementmaßnahmen. Aufgrund sich ändernder Marktentwicklungen oder interner Veränderungen ist es notwendig, dass die Bank ihre Risiken und die entsprechenden Maßnahmen regelmäßig evaluiert. Anhand der erstellten Monitoring-Berichte sowie Erfahrungen aus der Praxis wird analysiert, ob die bestehenden Maßnahmen noch angemessen sind oder ob Anpassungen erforderlich sind. Hierbei wird auch auf die Rückmeldungen der Mitarbeiter geachtet, die direkt mit den Risikomanagementmaßnahmen arbeiten.
Fazit
Der beschriebene vereinfachte Prozess zur MaRisk-Konformität zeigt, wie eine Bank ihre Risiken systematisch identifizieren, bewerten, steuern und überwachen kann. Durch eine strukturierte Vorgehensweise gewährleistet die Bank nicht nur die Einhaltung der regulatorischen Vorgaben, sondern stärkt auch ihre eigene Widerstandsfähigkeit gegenüber finanziellen Stresssituationen. Kontinuierliches Lernen und Anpassungsfähigkeit sind dabei Schlüssel zum langfristigen Erfolg und zur Stabilität in einem dynamischen Bankenumfeld.




