Prüfungsanforderungen für Banken und Versicherungen: Komplexität, Transparenz und Compliance im Fokus der Risikobewertung

Was Prüfende wirklich sehen wollen - Für Banken und Versicherungen

Die Prüfungsanforderungen für Banken und Versicherungen haben in den letzten Jahren erheblich an Komplexität zugenommen. Regulatorische Vorgaben, interne Kontrollsysteme und branchenspezifische Risiken bilden dabei den Rahmen, innerhalb dessen sich Prüfungen bewegen müssen. Ziel ist es, Transparenz zu schaffen, Risiken frühzeitig zu erkennen und die Einhaltung gesetzlicher sowie interner Vorgaben sicherzustellen. Dabei verfolgen Prüfer sowohl quantitative als auch qualitative Bewertungsmaßstäbe.

Im Fokus stehen unter anderem die Risikobewertung, die Bonitätsprüfung, die Einhaltung der Kapitalanforderungen sowie die Funktionalität und Effizienz der internen Kontrollsysteme. Die Anforderungen sind häufig durch nationale und internationale Regulierungsbehörden definiert und erfordern eine enge Zusammenarbeit zwischen den Prüfenden und den geprüften Institutionen.

Besonders wichtig ist die Dokumentation der Prüfungsprozesse und -ergebnisse. Diese muss nachvollziehbar und vollständig sein, um eine revisionssichere Grundlage für Entscheidungen zu bieten. Neben der Einhaltung gesetzlicher Vorschriften spielen auch die stetige Anpassung an Marktveränderungen und technologische Entwicklungen eine bedeutende Rolle.

Typische Prüfungsanforderungen umfassen:

  • Einhaltung regulatorischer Vorgaben wie Basel III, Solvency II oder MaRisk.
  • Überprüfung der Risikomanagementsysteme und deren Wirksamkeit.
  • Analyse von Geschäftsprozessen hinsichtlich Effizienz und Compliance.
  • Bewertung der IT-Systeme im Hinblick auf Sicherheit und Datenintegrität.
  • Kontrolle der internen Revision und deren Berichterstattung.

Prüfer erwarten von den Banken und Versicherungen eine transparente Kommunikation sowie eine proaktive Vorbereitung auf die Prüfungstermine. Nur so kann gewährleistet werden, dass die Prüfungsanforderungen umfassend erfüllt und die Qualität der Prüfungsergebnisse maximiert werden.

Wesentliche Dokumente und Nachweise für Banken und Versicherungen

Für eine erfolgreiche Prüfung ist die sorgfältige Bereitstellung wesentlicher Dokumente und Nachweise von zentraler Bedeutung. Banken und Versicherungen müssen sicherstellen, dass alle relevanten Unterlagen vollständig, aktuell und gut strukturiert vorliegen, um den Prüfern eine effiziente und transparente Bewertung zu ermöglichen. Die Dokumentation sollte dabei nicht nur die Einhaltung der Vorschriften belegen, sondern auch die praktischen Abläufe und Kontrollen im Unternehmen widerspiegeln.

Zentrale Unterlagen umfassen unter anderem:

  • Regulatorische Nachweise: Hierzu gehören Genehmigungen, Lizenzdokumente sowie Berichte zur Einhaltung von Basel III, Solvency II, MaRisk und weiteren relevanten Vorgaben.
  • Risikomanagement-Dokumentationen: Risikoberichte, Stress-Test-Ergebnisse, Risikoanalysen und Risikohandbücher, die die Identifikation, Bewertung und Steuerung der wesentlichen Risiken belegen.
  • Interne Kontrollsysteme (IKS): Nachweise über die Struktur, Durchführung und Überwachung der internen Kontrollen, inklusive Kontrollpläne, Kontrollberichte und Protokolle von Kontrollaktivitäten.
  • Geschäfts- und Prozessdokumentationen: Prozessbeschreibungen, Organigramme, Verfahrensanweisungen und Handbücher, die die Abläufe transparent und nachvollziehbar machen.
  • IT-System- und Sicherheitsnachweise: Dokumentation zu IT-Governance, IT-Sicherheitsrichtlinien, Zugriffsprotokollen, Backup- und Wiederherstellungsplänen sowie Berichte zu IT-Audits.
  • Finanz- und Rechnungswesenunterlagen: Jahresabschlüsse, Bilanzen, Gewinn- und Verlustrechnungen sowie Belege und Nachweise zur Bilanzierung und Bewertung von Vermögenswerten.
  • Berichte der internen Revision: Prüfungspläne, Berichte zu festgestellten Mängeln und deren Bearbeitung sowie Protokolle zu Revisionssitzungen.

Darüber hinaus erwarten Prüfer häufig ergänzende Nachweise, die je nach Prüfungsschwerpunkt variieren können, beispielsweise:

  • Compliance-Berichte und Nachweise zur Einhaltung gesetzlicher Vorgaben und interner Richtlinien.
  • Verträge und Vereinbarungen mit Kunden, Lieferanten oder Partnern, die für die Prüfbarkeit relevant sind.
  • Schulungsnachweise und Dokumentationen zu Maßnahmen der Mitarbeiterqualifikation und Sensibilisierung.

Eine gut strukturierte Ablage und eine klare Zuordnung der Dokumente erleichtern nicht nur die Prüfungsdurchführung, sondern tragen auch zur frühzeitigen Identifikation möglicher Lücken oder Risiken im Unternehmen bei. Zudem sollte das Unternehmen darauf achten, dass alle Unterlagen revisionssicher archiviert und für Prüfer leicht zugänglich sind, um den Prüfungsprozess effizient und stressfrei zu gestalten.

Best Practices für eine erfolgreiche Prüfungsdurchführung

Was Prüfende wirklich sehen wollen - Für Banken und Versicherungen

Eine erfolgreiche Prüfungsdurchführung basiert auf einer fundierten Vorbereitung und einer engen Zusammenarbeit zwischen den geprüften Institutionen und den Prüferteams. Dabei spielen klare Kommunikationswege, definierte Verantwortlichkeiten sowie ein proaktives Risikomanagement eine zentrale Rolle. Die Vorbereitung sollte frühzeitig beginnen, um genügend Spielraum für eventuelle Nachbesserungen oder Rückfragen zu schaffen.

Folgende praktische Schritte haben sich als besonders wirkungsvoll erwiesen:

  • Frühzeitige Planung und Abstimmung: Erstellen Sie einen detaillierten Prüfungsplan, der alle relevanten Themen, Zeiträume und Ansprechpartner umfasst. Die Abstimmung mit den Prüfern vor der Prüfung fördert Transparenz und reduziert wertvolle Zeitverluste während der eigentlichen Prüfung.
  • Transparente Dokumentation: Stellen Sie alle benötigten Dokumente vollständig und gut strukturiert bereit. Eine digitale Ablage mit klaren Zugriffsbeschränkungen ermöglicht eine schnelle und unkomplizierte Einsichtnahme seitens der Prüfer.
  • Kontinuierliche Kommunikation: Pflegen Sie einen regelmäßigen Austausch mit den Prüfern, um offene Fragen frühzeitig zu klären und Missverständnisse zu vermeiden. Ein fester Ansprechpartner auf Seiten des Unternehmens sorgt für effiziente Informationsflüsse.
  • Mitarbeiterschulungen: Schulen Sie Ihre Mitarbeiter sowohl hinsichtlich der Prüfungsanforderungen als auch im fachlichen Bereich, um sicherzustellen, dass bei Rückfragen kompetent und souverän Auskunft gegeben werden kann.
  • Proaktive Fehlererkennung und -behebung: Nutzen Sie interne Audits und Kontrollmechanismen, um Schwachstellen bereits vor der Prüfung zu identifizieren und zu beheben. Dies zeigt den Prüfern, dass Risikomanagement und Compliance im Unternehmen ernst genommen werden.
  • Flexibilität und Professionalität: Seien Sie auf unvorhergesehene Fragen oder Prüfungsanpassungen vorbereitet und agieren Sie jederzeit professionell und lösungsorientiert. Ein kooperativer Umgang stärkt das Vertrauen und unterstützt eine positive Prüfungserfahrung.

Darüber hinaus sollten Banken und Versicherungen darauf achten, die gewonnenen Erkenntnisse aus den Prüfungen systematisch auszuwerten und in ihre kontinuierlichen Verbesserungsprozesse zu integrieren. Die Prüfungstage bieten eine wertvolle Gelegenheit, Prozesse, Kontrollen und Dokumentationen kritisch zu hinterfragen und nachhaltige Optimierungen vorzunehmen.


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