Die Rolle von Business Process Management (BPM) hat sich in den letzten Jahren grundlegend gewandelt und ist längst kein reines IT-Thema mehr. Früher wurde BPM vorwiegend als technisches Werkzeug betrachtet, das zur Optimierung und Automatisierung von Geschäftsprozessen durch die IT-Abteilung eingesetzt wird. Heute jedoch spielt BPM eine strategischere Rolle und wird zunehmend als integraler Bestandteil der gesamten Unternehmensführung verstanden.
Der Wandel resultiert aus der zunehmenden Digitalisierung und der Notwendigkeit, Geschäftsprozesse flexibel und effizient an sich ständig verändernde Marktanforderungen anzupassen. BPM ist dabei nicht mehr nur Mittel zur Prozessverbesserung, sondern ein Enabler für Innovation und Wettbewerbsfähigkeit. Unternehmen erkennen, dass ein ganzheitliches Prozessmanagement entscheidend ist, um Kundenanforderungen besser zu erfüllen und interne Abläufe transparent und nachvollziehbar zu gestalten.
Wesentliche Aspekte dieser veränderten Rolle umfassen:
- Strategische Bedeutung: BPM unterstützt nun aktiv die Erreichung der Unternehmensziele und trägt dazu bei, Prozesse an der Unternehmensstrategie auszurichten.
- Unternehmensweite Verantwortung: Prozessverantwortung liegt nicht mehr nur bei der IT, sondern wird in Fachbereichen verankert, die ihre Prozesse selbst gestalten und steuern.
- Agilität und Flexibilität: BPM fördert die Anpassungsfähigkeit von Unternehmen, indem es dynamische Prozessänderungen und kontinuierliche Verbesserungen ermöglicht.
- Integration in die Digitalisierungsstrategie: BPM ist ein zentraler Baustein für digitale Transformationsprojekte und verbindet unterschiedliche Systeme, Anwendungen und Datenquellen effizient miteinander.
Durch diesen Rollenwandel wird BPM zu einem verbindenden Element zwischen den verschiedenen Unternehmensbereichen, was eine ganzheitliche Betrachtungsweise der Abläufe ermöglicht und damit einen Wettbewerbsvorteil schafft. Die Modernisierung von BPM-Prozessen trägt entscheidend dazu bei, dass Unternehmen schneller auf Marktveränderungen reagieren und innovative Geschäftsmodelle entwickeln können.
Integration von BPM in Geschäftsprozesse
Die Integration von BPM in die Geschäftsprozesse eines Unternehmens stellt einen entscheidenden Schritt dar, um die Effizienz und Transparenz nachhaltiger zu erhöhen. Hierbei werden BPM-Methoden und -Werkzeuge nicht isoliert von der IT-Abteilung betrachtet, sondern unmittelbar in die operative Gestaltung und Steuerung der Geschäftsprozesse eingebunden. Die Herausforderung besteht darin, BPM so zu implementieren, dass es flexibel genug ist, um sich an wechselnde Anforderungen anzupassen, und gleichzeitig robust genug, um die Qualitätsstandards und Compliance-Vorgaben einzuhalten.
Ein zentrale Komponente dieser Integration ist die Prozessmodellierung, die es ermöglicht, Abläufe klar zu visualisieren und gemeinsam mit den beteiligten Fachbereichen weiterzuentwickeln. Durch den Einsatz moderner BPM-Software können Prozesse nicht nur dokumentiert, sondern auch automatisiert und fortlaufend überwacht werden. So entstehen in Echtzeit wertvolle Erkenntnisse, die zur kontinuierlichen Optimierung genutzt werden können.
Wesentliche Erfolgsfaktoren bei der Integration von BPM in Geschäftsprozesse umfassen:
- Prozessorientierte Organisation: Unternehmensstrukturen und Verantwortlichkeiten müssen auf die Prozesssicht abgestimmt werden, um eine end-to-end-Betrachtung zu ermöglichen.
- Automatisierung gezielt einsetzen: Routineaufgaben und standardisierte Prozessschritte können automatisiert werden, um Ressourcen zu schonen und Fehlerquellen zu minimieren.
- Transparenz schaffen: Durch klare Prozessabbildungen und Kennzahlen wird die Nachvollziehbarkeit verbessert und die Grundlage für fundierte Entscheidungen geschaffen.
- Verknüpfung von Prozessen und IT-Systemen: Schnittstellen zwischen BPM-Lösungen und bestehenden Unternehmensanwendungen ermöglichen einen durchgängigen Informationsfluss.
- Flexibilität gewährleisten: Prozesse sollten so gestaltet sein, dass sie schnell an neue Marktbedingungen oder rechtliche Anforderungen angepasst werden können.
Die Integration von BPM trägt damit entscheidend dazu bei, Silostrukturen aufzubrechen und eine ganzheitliche Sicht auf Abläufe zu etablieren. Unternehmen profitieren von einem klaren Prozessverständnis, das über Abteilungsgrenzen hinweg gilt, und von der Möglichkeit, durch gezielte Steuerung schneller auf Veränderungen zu reagieren. Zudem steigert diese Integration die Mitarbeiterzufriedenheit, da Rollen und Verantwortlichkeiten transparenter werden und Kommunikationswege verkürzt sind.
Zusammenfassend ermöglicht die konsequente Einbettung von BPM in die Geschäftsprozesse eine agile und effiziente Steuerung, die Unternehmen zukunftsfähig macht und dabei hilft, sowohl operative Exzellenz als auch strategische Ziele zu erreichen.
Zusammenarbeit zwischen Fachbereichen und IT

Die Zusammenarbeit zwischen Fachbereichen und IT bildet das zentrale Fundament für ein modernes Business Process Management, das den Anforderungen der heutigen dynamischen Geschäftswelt gerecht wird. Anstatt BPM als isoliertes IT-Projekt zu betrachten, ist eine enge Verzahnung der beiden Bereiche notwendig, um Prozesse effektiv zu gestalten, zu steuern und kontinuierlich zu verbessern. Fachbereiche bringen dabei fundiertes Wissen zu den operativen Abläufen, Kundenanforderungen und strategischen Zielen ein, während die IT mit technischem Know-how und digitalen Lösungen die Umsetzung und Automatisierung unterstützt.
Diese Kooperation erfordert eine klare Kommunikation und ein gemeinsames Verständnis der Prozessziele. Nur durch den kontinuierlichen Austausch können Anforderungen präzise definiert, Risiken frühzeitig erkannt und passende Lösungen entwickelt werden. Zudem gilt es, die oft unterschiedlichen Perspektiven und Prioritäten von Fach- und IT-Abteilungen miteinander in Einklang zu bringen, um Konflikte zu vermeiden und Synergien zu nutzen.
- Gemeinsame Prozessverantwortung: Fachbereiche übernehmen die Hauptverantwortung für die Gestaltung und Qualität ihrer Prozesse, während die IT unterstützend für die technische Realisierung sowie für Sicherheit und Stabilität sorgt.
- Interdisziplinäre Teams: Durch die Bildung von crossfunktionalen Teams werden Wissensbarrieren abgebaut und agile Arbeitsmethoden gefördert, die eine schnellere Reaktion auf Veränderungen ermöglichen.
- Transparente Workflows und Tools: Der Einsatz benutzerfreundlicher BPM-Plattformen ermöglicht es Fachanwendern, Prozesse eigenständig zu modellieren und zu überwachen, während die IT die technischen Rahmenbedingungen sicherstellt.
- Schulungen und Change Management: Regelmäßige Weiterbildungen und eine offene Kommunikationskultur stärken das Prozessbewusstsein und fördern die Akzeptanz neuer Arbeitsweisen auf allen Ebenen.
Darüber hinaus wächst die Bedeutung von DevOps- und Citizen-Developer-Ansätzen, die es Fachanwendern erlauben, einfache Anpassungen und Automatisierungen selbst umzusetzen, ohne direkt auf die IT angewiesen zu sein. Dies reduziert die Innovationszyklen und erhöht die Flexibilität des Unternehmens. Gleichzeitig sorgt die IT dafür, dass technische Standards, Compliance-Anforderungen und Sicherheitsaspekte eingehalten werden.
Die harmonische Zusammenarbeit zwischen Fachabteilungen und IT verändert somit den Charakter von BPM grundlegend: Weg von einer rein technischen Disziplin hin zu einem kollaborativen, unternehmensweiten Managementprozess. Auf diesem Weg wird BPM zu einem Motor für Innovation, Effizienzsteigerung und nachhaltige Digitalisierung – Voraussetzungen, die für die Wettbewerbsfähigkeit moderner Unternehmen unabdingbar sind.
–
Noch Fragen?
Tiefere Einblicke auf: Tolerant Software




